Von wöchentlichen Excel-Reports zu Echtzeit-Liquiditätsübersicht: Was sich für einen E-Commerce-Händler änderte
Praktische Einblicke in die Automatisierung der Liquiditätssteuerung
Der Inhaber eines mittelständischen Online-Shops für Sportartikel hatte ein klassisches Problem: Jeden Freitag saß er drei Stunden an Excel-Tabellen, um seine Liquidität für die nächsten Wochen zu planen. Bei saisonalen Schwankungen und schwankenden Zahlungseingängen war das reine Glückssache.
Die Lösung in der Praxis
Wir haben ein Dashboard aufgebaut, das drei Datenquellen verbindet: das Shopsystem für erwartete Umsätze, das Warenwirtschaftssystem für geplante Ausgaben und die Banking-API für aktuelle Kontostände. Dazu kam ein Tool namens Agicap, das speziell für Liquiditätsplanung entwickelt wurde und mit deutschen Banken funktioniert.
Die messbaren Ergebnisse
Die Planungsgenauigkeit stieg von 68 Prozent auf 94 Prozent. Der wöchentliche Zeitaufwand sank von drei Stunden auf 15 Minuten. Besonders wertvoll: Das System warnt automatisch, wenn die Liquidität in den nächsten 30 Tagen unter einen definierten Schwellenwert fällt. Das hat bereits zweimal eine Kontoüberziehung verhindert.
Die Stolpersteine
Die Banking-API-Anbindung war komplizierter als gedacht. Zwei der drei Geschäftskonten ließen sich nicht automatisch einbinden, weil die Hausbank keine PSD2-konforme Schnittstelle anbot. Wir mussten auf eine andere Bank wechseln. Außerdem unterschätzte der Kunde anfangs den Pflegeaufwand für die Stammdaten im System.
Gesamtinvestition: 9.500 Euro plus 180 Euro monatliche Lizenzkosten. Der ROI trat nach fünf Monaten ein, hauptsächlich durch vermiedene Überziehungszinsen und bessere Verhandlungspositionen bei Lieferanten dank präziser Zahlungsplanung.
